Gesundheit

Der Weinausbau im neuen 225-Liter-Eichenfaß wird heute in vielen südlichen Weinbaugebieten zur Geschmacksintensivierung von Spitzenweinen praktiziert. Im Laufe einer mehrmonatigen Lagerzeit im Barrique treten Tannine und Aromastoffe aus dem frischen Holz in den Wein, die ihm ein Aroma von Vanille und Zimt verleihen. Zum Barriqueausbau im neuem Eichenholzfaß eignen sich besonders extrakt-, gerbstoff- und alkoholreiche Rotweine (z.B. Spätburgunder, Dornfelder). Während der mindestens 9 monatigen Reife wird der Wein vom Kellermeister sorgfältig beobachtet und kontrolliert, um ein harmonisches Zusammenspiel von Wein- und Holzaromen zu erzielen. Für den Barriqueausbau kann ein Barriquefaß nur zwei- bis dreimal belegt werden.
Im alten Rom verordnete man schwere rote Weine gegen fieberhafte Magen-Darm-Erkrankungen, bei Blutungen gerbstoffreiche Weine und gegen Appetitlosigkeit alte Weine. Daneben empfahl man Wein für Umschläge, Einreibungen und Massagen, vor allem bei offenen Wunden von Schwerverletzten. In Deutschland wurde noch 1892 von der Ortskrankenkasse in Heidelberg in Absprache mit den Kassenärzten Wein gegen verschiedene Krankheiten verschrieben.
Nach der industriellen Revolution standen dann vor allem der Alkoholmissbrauch und seine verheerenden Folgen in Bewusstsein der Öffentlichkeit. Erst in den letzten 20 Jahren hat die ernährungsmedizinische Forschung sich daran gemacht, die positive Wirkung von mäßigem Alkoholgenuss auf die Gesundheit konsequent zu untersuchen und dabei Wein als potentielles gesundheitsförderndes Mittel wider entdeckt. Der Erforschung des Einflusses von Wein auf Herzkreislauf-Erkrankungen galt das besondere Interesse. Weltweit untersucht werden aber auch die Zusammenhänge zwischen Weinkonsum und Krebserkrankungen, Alzheimer, Diabetes und Osteoporose. Für all diese Gesundheitsbereiche gilt nach heutigem Wissensstand:


Wein regelmäßig und in moderaten Mengen genossen ist gesundheitlich wertvoll!


Wein ein Lebensmittel

Nach Kollath kann man die Nahrung gliedern in teilwertige Nahrungsmittel und vollwertige Lebensmittel. Die Gärgetränke Wein und Bier zählen dann zu den vollwertigen Lebensmitteln, wenn sie nur eine fermentative Veränderung erfahren haben und nicht durch Erhitzen, Konservierungen und Präparieren zum Nahrungsmittel wurden.
Wein enthält neben Alkohol und Säuren wertvolle Mineralstoffe, Spurenelemente und Vitamine, die im Stoffwechsel des menschlichen Organismus unentbehrlich sind. Bisher konnten mehr als 15 Vitamine im Wein nachgewiesen werden, die Gehalte sind nicht sehr hoch, tragen aber zum Gesamtversorgung bei. Vor allem die B-Vitamingruppen wirken auf das Nervensystem, regulieren den Zuckerhaushalt im blut , die Muskelspannung und die Drüsenfunktion. Die Mineralstoffe sind von Rebsorte, Lage Bodenbeschaffenheit, Klima, Witterung und Reife der Traben und der Kellerbehandlung abhängig. Sie fördern Aufbau, Wachstum, Blutbildung, Gesundheitszustand und sind Bestandteil von Fermenten. Wein in gesundheitsverträglichen Mengen trägt mit dazu bei, den täglichen Mineralstoffbedarf zu decken. Gleiche Aussagen können für die Spurenelemente getroffen werden, die nach der Zahl über dem Bedarf des Menschen liegend im Wein enthalten sind. Bei Zuckerkranken (Diabetikern) ist der Abbau des Blutzuckers gestört. Sie sind gehalten, sich maßvoll zu ernähren, vor allem die Zuckerart Glucose zu meiden. Alkohol und die Zuckerarten Fructose, Arabinose, Xylose, und Rhamnose werden vertragen und schaden nicht, deshalb werden solche Menschen Diabetikerweine, allerdings nur nach Befragen des Arztes empfohlen, die auch restsüß sein können, wenn es keine Glucoserestsüße ist. Diabetikerweine tragen auch Angaben über Alkohol, Restzucker und den Gesamtbrennwert auf einem Rückenetikett


Wein und Wohlbefinden

Wein steigert das seelische Wohlbefinden. In Maßen genossen regt er das Nervensystem an, die Phosphate im Wein wirken stärkend auf das Nervensystem und die Gehirnaktivität wird durch bessere Gehirndurchblutung gesteigert. Die anregende und euphorisierende Wirkung bereits maßvoller Weinmengen beseitigen die natürliche Antriebshemmung und können zur Leistungssteigerung beitragen. Durch die Kalk-Phosphat.-Verbindungen werden das Allgemeinbefinden gestärkt und depressive Stimmungen gelockert.
Der Einfluss des Weines auf die Psyche ist bekannt. Wein baut seelische Spannungen ab, löst Bedrückungen und Ängste, hebt die Stimmung und die Lebensfreude, stärkt das Selbstbewusststein und lässt den Menschen Probleme gelassener angehen. Allerdings kann diese positive Wirkung dem Wein nur zugesprochen werden, wenn er in gesundheitsverträglichen Mengen genossen wird. Manche Menschen versuchen durch Flucht in den Alkohol, d. h. durch übermäßigen Alkoholgenuss ihre Probleme zu lösen, sie scheitern und werden nicht selten zu Alkoholikern. Alkoholische Getränke können wie Tabak, Rauschmittel und Medikamenten süchtig machen. Aufgrund der niedrigeren Alkoholgehalte, besonders der deutsche Weine, gilt Wein als das am wenigsten gefährliche Getränk unter den alkoholischen Getränken.


Wein - die Milch des Alters

Bei älteren Menschen verlangsamen sich die körperlichen und geistigen Funktionen. Gesundheitsbewusster, regelmäßiger Weingenuss zeigt deshalb bei alternden Menschen besonders gute Wirkungen: er regt den Stoffwechselfunktionen an, fördert Appetit und Verdauung, verbessert die Durchblutung des Gehirns und aller Organe, reguliert die Herz- und Kreislauffunktionen, belebt die Atmung, fördert die Funktion der Drüsen, bessert allgemeine Schwäche und Erschöpfungszustände und baut nervöse Spannungen ab. Wein erhöht die Wiederstandskraft des Körpers gegen Alterkrankheiten wie Herz- und Kreislauferkrankungen, Diabetes, Anämien, Erkältungs- und Infektionskrankheiten sowie nervöse Spannungszustände.
Bei mangelnder Nahrungsaufnahme und oft einseitiger Ernährung im Alter kann der Wein aufgrund seiner Gehalte an Säuren, Mineralstoffen, Spurenelementen, Vitaminen, Fermenten usw. zur Bedarfsdeckung an lebenswichtigen Stoffen beitragen. Wein verzögert den körperlichen Alterungsprozess und vermag das wie kein anderes alkoholisches Getränk zu tun. Alternde Menschen kennen ihre gesundheitlichen Probleme, sie sollten selbst herausfinden versuchen, welche Wein für sie am bekömmlichsten sind. für Personen mit Mangel an Magensäure mögen es säurereiche Weiß0weine sein. Bei Neigung zu Sodbrennen sind gerbstoffhaltige, säurearme Rotweine bekömmlicher.
Prof. Dr. med. Kliewe: "Für die alten Leute bedeuten mäßige Weinmengen ein Lebenselixier, für den älter werdenden Menschen eine Verzögerung des körperlichen Alterwerdens und des geistig sich Altfühlens."


Weingenießer Leben länger

Moderater Weingenuss fördert die Gesundheit. Langzeituntersuchungen belegen, dass Weingenießer länger leben als Abstinenzler, aber auch alsb Konsumenten anderer alkoholischer Getränke. So liegt bei einem ¼ Wein täglich das relative Risiko bei 0,8, während bei Bier und Spirituosen auf den gleichen Alkoholwert ausgerechnet ein relatives Risiko von über 1 entsteht.


Wein appetitanregend und verdauungsfördernd

Mäßiger Weingenuss fördert bereits im Mund die Speichelabsonderung und regt im Magen die Produktion von Magensäften und Verdauungsfermenten an. Der Alkohol steigert die Magendurchblutung, die Salzsäure- und Pepsinproduktion sowie die Bauchspeicheldrüsen- und Gallensekretion. Dadurch wird der Appetit gesteigert und die Verdauung gefördert. So spaltet das Ferment Pepsin das Eiweiß, das Ferment Steapsin das Fett und das Labferment lässt die Milch gerinnen. Verdauungsschwächen kann durch den Genuss spezieller Pepsinweine gemildert werden. zu beachten ist dabei die eventuelle Säureempfindlichkeit des Weintrinkers. Bei Übersäuerung des Magens sind säurearme Weiß- oder Rotweine vorzuziehen.
Wein, in Maßen zum Essen getrunken, hat auch bakterizide Wirkung und schützt vor bakteriellen Magen- und Darmerkrankungen. Eine wertvolle Eigenschaft, die vor allem auf Reisen beachtet werden sollte. Die im Wein enthaltenden Mineralsalze und Spurenelemente bekämpfen die Darmträgheit und mindern die Blähungen. So aktiviert z.B. das Magnesium die Fermente und Kalzium wirkt beruhigend auf die Nerven des Magen-Darmtraktes.
Wein kann indirekt bei Übergewicht wirken, so mindert er die seelische Belastung bei Abmagerungskuren und hebt das psychische Wohlbefinden. Mit diesem ziel wird er z.B. in der Schroth-Kur eingesetzt. Der Alkohol des Weines wird zu 90% über die Leber, zu 10% über Lunge, Haut und Nieren ausgeschieden, und zwar wird er durch die Alkoholdehydrogenase zu Acetaldehyd und über weiter Oxidation zu Kohlendioxid und Wasser abgebaut. Die Leber erwachsener Menschen vermag 7-9g Alkohol pro Stunde abzubauen. Durch gesundheitsbewussten Weingenuss kann die Lebertätigkeit und der Leberstoffwechsel gefördert werden, was sich wiederum positiv auf die Verdauung auswirkt.


Wein kreislaufstärkend und infarktmindernd

Mäßiger Weingenuss (bis 0,5l täglich) vermindert das Herzinfarktrisiko. Nach Untersuchungen der Herzforscher erhöht der Alkohol des Weines die HDL-Fraktion, vor allem die HDL2 und HDL3 des Cholesterins. Die HDL (high density lipoproteins) scheinen die Herzkranzgefäße zu schützen, während die LDL (low density lipoproteins) die Arterienwände schädigen. Ein hoher Anteil des HDL-Cholesterins senkt den Anteil de LDL-Cholesterin, das in großen Mengen zum Herzinfarkt führt. Alkohol fördert also nicht die Arterienverkalkung, weil weder der Cholesteringehalt erhöht noch Cholesterin in die Innenhaut der Gefäße eingelagert wird. Deshalb ist der Genuß des Weines zum Essen zu empfehlen, weil dadurch eine Überlastung des Blutes mit Nährstoffen gemindert und die Infarktgefahr herabgesetzt wird. Des Weiteren hemmt Alkohol die Verklumpung der Blutkörperchen, das heißt, er mindert die Thromboseneigung. Zusätzlich fördert Alkohol die Gerinnselauflösung, die so genannte Fibrinolyse. Seine entspannende und erweiternde Wirkung auf die Blutgefäße im Herzen betrachtet man ebenfalls als „Schutzeffekt“. Aufgrund dieser Tatsache haben maßvolle Weintrinker eine höhere Lebenserwartung als Alkoholiker, aber auch als Abstinenzler
Dem Alkohol wird eine blutdruckausgleichende Wirkung zugesprochen. Leichte Weißweine regen den Kreislauf an erhöhen den Blutdruck. Gesundheitsverträglicher Weingenuss stabilisiert z.B. Kreislaufschwankungen. Durch den Alkohol werden die Blutgefäße erweitert und die Durchblutung gefördert. Darauf beruht die Wärmewirkung bei Alkoholgenus. Durch CO2 z.B. im Sekt, wird die Alkoholaufnahme beschleunigt, die anregende und belebende Wirkung lässt sich demnach auch mit einem Glas Sekt erreichen. Mäßiger Weingenuss treibt den Blutdruck nicht hoch, sondern wirkt stabilisierend. Kreislaufbelastend können die höheren Alkohole von Spitzenweinen wirken, deshalb ist es nicht empfehlenswert, sie in größeren Mengen am Abend zu trinken.


Krebsvorbeugende Eigenschaften

Im Mittelpunkt neuerer Forschungen aus den USA steht das Resveratol, ein Inhaltsstoff des Weins. Eine Gruppe von Wissenschaftlern der Universität Chicago hat in Versuchen die krebsvorbeugenden Eigenschaften von Reservatol nachgewiesen. Es wirkt oxidationshemmend und sorgt damit dafür, dass in die Zelle eindringende krebsverursachende Substanzen im Zellkern quasi entgiftet werden. So wird die Zelle vor genetischen Veränderungen geschützt – und der Körper vor der Entstehung oder der Ausbreitung von Tumoren.


Kater und Sodbrennen

Kopfschmerzen (Kater) nach Weingenuss können verursacht werden durch:
- biogene Amine: Histamin. Allergiker haben keine Schutzfunktion gegenüber biogenen Aminen, sie entstehen durch Bakterientätigkeit und können im Wein entfernt werden durch Eiweißschönungen (Bentonit).

- übermäßigen Nikotingenuss: Alkohol weitet, Nikotin verengt die Blutgefäße. Nikotinwirkung hält an (auch unfreiwilliges Mitrauchen kann Urasche sein).

- Genuss verschiedener Alkohlika, höherprozentige enthalten möglicherweise unbekömmliche Fuselöle oder Methanol.

- Schweflige Säure, sie ist selten Auslöser, höchstens bei empfindlichen Menschen und stark überschwefelten Weinen.

- übermäßiger Alkoholgenuss, Leber und Nieren werden belastet, der Alkohol verändert den Wasser- und Salzhaushalt, der Körper reagiert durch Unwohlsein (Kopfschmerzen, Kater).


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